Ein Publikum, drei Bots: Wie ich aus 1.358 Nutzern 2.903 Abos gemacht habe

Angefangen habe ich mit einem einzigen, einfachen Chatbot, der regelmäßig Gratis-Tipps verschickt hat. Verkauft hat er nichts — seine einzige Aufgabe war, kostenlosen Content auszuliefern und das Publikum aktiv zu halten.
Mit der Zeit sammelten sich darin 1.358 Nutzer. Statt in denselben Bot nach und nach Verkaufsangebote zu packen, habe ich das Publikum anders genutzt: Ich habe zwei separate Verkaufsprojekte gestartet und die Nutzer aus dem zentralen Gratis-Bot mit gezielten Kampagnen Schritt für Schritt dorthin geholt.
Das Ergebnis waren 2.903 Abos über drei Bots hinweg — und eine überraschende Erkenntnis: Leute, die im ersten Verkaufsprojekt nie gekauft hatten, fingen im zweiten an zu kaufen.
Wo das ganze System angefangen hat
Der Haupt-Bot war die zentrale Anlaufstelle für das gesamte Publikum. Die Leute kamen wegen der Gratis-Tipps und kehrten regelmäßig zurück, weil sie wussten, dass neuer kostenloser Content auf sie wartet. Genau deshalb blieben sie aktiv, ohne dass ich sie jeden Tag mit Verkaufsangeboten anschreiben musste.
Natürlich hätte ich alles direkt in diesem Bot verkaufen können. Das hätte aber sehr schnell seinen eigentlichen Zweck verändert — aus dem Bot mit Gratis-Content wäre ein weiterer Verkaufskanal voller Werbung geworden. Deshalb habe ich ihn vor allem als Quelle für kostenlosen Content laufen lassen und als Ort, von dem aus ich nach und nach weitere Projekte bewerben kann.
Warum ich nicht alles unter einer Marke verkaufen wollte
Früher bin ich immer wieder auf dasselbe Problem gestoßen. Jemand kam wegen einer bestimmten Art von Content, bekam aber mit der Zeit mehrere verschiedene Angebote, Werbung für weitere Projekte und immer neue Kaufaufrufe. Er ging nicht unbedingt, weil ihn der Content selbst nicht mehr interessierte — oft war er einfach nur genervt von der Menge irrelevanter Nachrichten.
Außerdem wollte ich nicht, dass ein einziges Projekt alles gleichzeitig verkauft. Ein Bot sollte Gratis-Tipps liefern, der zweite als eigenständiges Verkaufsprojekt laufen und der dritte eine eigene Marke, eigene Kommunikation und eigene Angebote haben. So konnte jedes Projekt schlichter wirken und sich auf seine eigene Art zu verkaufen konzentrieren.
Ich habe zwei separate Verkaufs-Bots gestartet
Neben dem zentralen Gratis-Bot habe ich zwei neue Projekte aufgebaut. Daraus entstand diese Struktur:
Haupt-Bot mit Gratis-Tipps
→ Verkaufs-Bot A
→ Verkaufs-Bot B
Jeder Verkaufs-Bot hatte einen eigenen Namen, ein eigenes Profilbild, einen eigenen Kommunikationsstil und eigene Tagesangebote. Ihre ersten Nutzer mussten sich die neuen Projekte aber nicht komplett von null holen — beide habe ich nach und nach dem Publikum vorgestellt, das im Haupt-Bot schon aktiv war.
Diese Leute kannten meinen Content, öffneten regelmäßig die Nachrichten und wussten, was sie erwartet. Das neue Projekt startete also nicht mit einem leeren Publikum.
Wie ich die Projekte ohne unnötigen Spam beworben habe
Die neuen Bots habe ich über Kampagnen in TG Flows beworben. Ich wollte aber nicht ständig allen dieselben Nachrichten schicken. Wer Verkaufs-Bot A schon abonniert hatte, für den ergab es keinen Sinn, noch einmal die Aufforderung zu bekommen, ihm doch zu folgen.
Deshalb habe ich bei jeder Kampagne mit Segmentierung gearbeitet. Wenn ich Verkaufs-Bot A beworben habe, habe ich die Nutzer ausgeschlossen, die ihn schon abonniert hatten. Bei Verkaufs-Bot B bin ich genauso vorgegangen.
Jede weitere Kampagne bekamen so nur die Leute, für die sie noch relevant war. Dadurch konnte ich die neuen Projekte mehrmals in Erinnerung rufen, ohne das gesamte Publikum immer wieder mit derselben Werbung zu überschütten.
Das Ergebnis der Aufteilung des Publikums
Im zentralen Gratis-Bot waren ursprünglich 1.358 Nutzer. Mit ein paar gezielten Kampagnen kam ich anschließend auf:
- 867 Nutzer in Verkaufs-Bot A
- 791 Nutzer in Verkaufs-Bot B
- 1.245 Nutzer blieben im zentralen Gratis-Bot
867 + 791 + 1.245 = 2.903 Abos über drei Bots hinweg
Das sind keine 2.903 einzelnen Personen — ein Teil der Nutzer folgt zwei oder allen drei Projekten gleichzeitig. Aber genau darum ging es auch nicht.
Ich wollte nicht künstlich die Zahl einzigartiger Nutzer aufblasen. Ich wollte aus einem einzigen ursprünglichen Publikum mehrere eigenständige Kommunikationskanäle machen. Jeder Bot konnte eine eigene Marke, eigenen Content und eine eigene Art zu verkaufen haben — und trotzdem musste ich kein neues Projekt komplett bei null anfangen.
Gestiegen ist nicht nur die Zahl der Abos
Das interessanteste Ergebnis zeigte sich nicht bei den Abonnentenzahlen, sondern bei den Käufen. In allen Verkaufsprojekten habe ich dieselben sauber analysierten Kombi-Tickets angeboten, meist mit Quoten von etwa 5 bis 10+.
Es war also nicht so, dass ein Projekt ein besseres Produkt verkauft hätte als das andere. Trotzdem reagierten dieselben Leute auf die einzelnen Projekte völlig unterschiedlich.
Ein Teil der Nutzer war im ersten Verkaufs-Bot über lange Zeit aktiv. Sie öffneten die Nachrichten, verfolgten die Angebote und blieben dabei — kauften aber nie etwas. Als ich diese Nutzer in das zweite Projekt geholt habe, fingen einige von ihnen plötzlich an zu kaufen.
Gleiches Produkt, anderes Umfeld
Ehrlich gesagt kann ich nicht genau sagen, warum sich ihr Verhalten geändert hat. Es kann am anderen Projektnamen gelegen haben, am anderen Profilbild, am anderen Kommunikationsstil, an der anderen Art, das Angebot zu präsentieren — oder ihnen lag schlicht die Marke des zweiten Projekts insgesamt mehr.
Das Ergebnis war jedenfalls eindeutig. Leute, die im ersten Projekt vermutlich nie gekauft hätten, fingen an, im zweiten Umsatz zu bringen.
Das war für mich wichtiger als der reine Zuwachs an Abos.
Das Problem muss nicht immer am Produkt oder am Publikum liegen. Manchmal passt einem bestimmten Menschen einfach die Marke nicht oder die Art, wie das Angebot kommuniziert wird. Im zweiten Projekt kann derselbe Nutzer völlig anders reagieren.
Was mir dieses System gezeigt hat
Dasselbe Publikum reagiert nicht zwangsläufig auf jede Marke gleich. Jemand, der in einem Bot nie kauft, kann im zweiten zum Stammkunden werden.
Mit TG Flows kann ich neue Projekte dem Publikum vorstellen, das ich schon habe — und gleichzeitig darauf achten, dass niemand Werbung für Bots bekommt, die er längst abonniert hat.
Das ganze System funktioniert ganz einfach:
Der Haupt-Bot verschickt regelmäßig Gratis-Content
→ das Publikum bleibt aktiv
→ ich starte ein neues, eigenständiges Projekt
→ mit einer gezielten Kampagne stelle ich es den relevanten Nutzern vor
→ wer das neue Projekt schon abonniert hat, wird ausgeschlossen
→ der neue Bot bekommt sein erstes Publikum ohne Aufbau von null
→ ein Teil der Nutzer beginnt genau im neuen Projekt zu kaufen
Das Ergebnis:
- 1.358 ursprüngliche Nutzer
- 2.903 Abos über drei Bots hinweg
- weniger wiederholte Werbung
- weniger Abwanderung aus dem Haupt-Bot
- ein schnellerer Start für neue Projekte
- neue Käufe von Leuten, die im ursprünglichen Projekt nie gekauft haben
Die Zahl der Projekte will ich deshalb weiter ausbauen. Aber ich will nicht einfach nur neue Bots anlegen und blind dasselbe Publikum hineinschicken. Jedes neue Projekt braucht eine eigene Marke, eigene Kommunikation und einen klaren Grund, warum man ihm folgen sollte.
Genau dann ergibt es am meisten Sinn, ein Publikum für mehrere Projekte zu nutzen.
